Stuttgart/Naumburg. Den Stiftungspreis 2010 für Professor Neo Rauch und eine Ehrung an Dr. Justinus Maria Caleen vergibt die Stiftung Bibel und Kultur am Freitag, 27. August, (17 Uhr) im Naumburger Dom. Die ökumenische Stiftung würdigt mit ihrem Preis besonders die Gestaltung der Glasfenster in der Elisabeth-Kapelle des Doms durch den Leipziger Maler Rauch.
Die Ehrung für den Historiker und Kunsthistoriker Calleen erfolgt für die Pflege und Vermittlung des Erbes von Georg Meistermann, dessen künstlerischen Nachlass er als Enkel verwaltet. Der Stiftungspreis ist mit 10.000 Euro dotiert, die Ehrung ist undotiert.
Die Laudatio für Rauch hält Dr. Holger Kunde, Direktor und Stiftskustos der „Vereinigten Domstifter zu Merseburg und Naumburg und des Kollegiatstifts Zeitz“. Laudator für Calleen ist Professor Dr. Hans-Rüdiger Schwab aus Münster. Er ist Dozent für Medienpädagogik an der Katholischen Hochschule in Nordrhein-Westfalen und Mitglied im Beirat der Stiftung Bibel und Kultur. Die Auszeichnungen übergibt der Vorsitzende der Stiftung und ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Präses i.R. Manfred Kock aus Köln. Für die Vereinigten Domstifter begrüßt Dechant Georg Graf von Zech-Burkersroda im Dom. Musikalisch gestaltet Kirchenmusikdirektor Jan-Martin Drafehn die Festveranstaltung.
Der 50-jährige Künstler Neo Rauch zählt zu den bedeutendsten Malern der Gegenwart. Er hatte von 2005 bis 2009 eine Professur an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst inne. 2007 entwarf er unentgeltlich die Vorlagen für drei Fenster mit Motiven aus dem Leben der Elisabeth von Thüringen für den Naumburger Dom. Rauch habe ihnen „eine Gestaltung gegeben, die Szenen aus dem Leben der heiligen Elisabeth ins Zeitlose und Gegenwärtige“ hebe, heißt es bei der Stiftung Bibel und Kultur. Der Künstler habe Elisabeth damit ein würdiges Denkmal gesetzt.
Dr. Calleen verwaltet seit 1990 den Nachlass von Georg Meistermann. Der 50-Jährige war von 2000 bis 2009 Leiter des Georg-Meistermann-Museums in Wittlich (Rheinland-Pfalz). In Auseinandersetzungen um den Charakter und die Ausstellungspolitik des Museums betonte Calleen das Vermächtnis Meistermanns als eines kritischen Künstlers und Intellektuellen, der besonders in Gegnerschaft zum Nationalsozialismus für eine humane Gesellschaft stritt. Meistermann war in der NS-Zeit als „entartet“ verfemt. Der gläubige Katholik Meistermann arbeitete auch „mit großer Leidenschaft als künstlerisch moderner Bild¬theologe für den sakralen Raum“, so die Stiftung.
Die Stiftung Bibel und Kultur wurde 1987 gegründet, um die Bedeutung der Bibel im Kultur- und Geistesleben zu stärken. Sitz der Stiftung ist Stuttgart. Sie vergibt einen Stiftungspreis, einen Förderpreis, spricht Ehrungen aus und veranstaltet Schülerwettbewerbe in wechselnden Bundesländern. Die Stiftungspreise gingen 2005 an den Architekten Peter Kulka, 2006 an den Maler Gustav Kluge und 2007 an den New Yorker Komponisten John Zorn. 2008 wurde ein Förderpreis an die Hamburger Fotografin Bianca Ho-busch vergeben. Der Hamburger Theatermacher Klaus Schumacher und das Schauspielvolk des Einsiedler Welttheaters teilten sich 2009 den Preis.
Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.bibelundkultur.de.






