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Dankbrief aus Haiti

Gottesdienst in einer zerstörten Kirche

Seit dem 12. Januar sind sieben Monate vergangen. Im Juli traf Birgit Bidell von der Aktion Weltbibelhilfe ihre Kollegin Mirette F. St. Louis von der Haitianischen Bibelgesellschaft bei einer Tagung des Weltverbandes. Die Haitianische Bibelgesellschaft konnte ermutigende Nachrichten mitbringen.

Als im Februar der erste Hilfstransport an die Bibelgesellschaft von der Dominikanischen Republik aus in Port-au-Prince eingetroffen war, konnten Magda Victor, die Generalsekretärin der Bibelgesellschaft in Haiti, und ihre Kollegen notleidende Menschen im nahen Umkreis des Bibelhauses mit Trinkwasser und Lebensmitteln versorgen. Die großen Hilfsorganisationen errichteten Zeltstädte für die tausenden von Obdachlosen und zentrale Ausgabestellen für Nahrung.

Können wir uns die Not der Menschen vorstellen, die Ehepartner, Vater, Mutter, Kind oder Geschwister in den Trümmern ihrer ehemaligen Häuser verloren? Viele von ihnen sind traumatisiert, voller Trauer und Angst. Sie haben vielleicht einen Schlafplatz in einem der Zelte erhalten. Doch der bietet weder Sicherheit noch Geborgenheit. Sie überstehen die ersten Tage, die ersten Wochen. Doch die Wochen werden zu Monaten. Und es gibt nichts zu tun. Keine Arbeit, keine feste Wohnung, keine Perspektive. Die Trauer – sie ist immer da.

In einer solchen Notsituation ist ein tröstendes Wort, ein Gebet oder die liebende Zuwendung eines Freundes sehr viel Wert. Auch die Gemeinschaft der Christen in Haiti tut gut, weshalb viele Gläubige ihre Gottesdienste inmitten der Trümmer hielten, oder betend durch die Straßen zogen. Und deshalb gibt es einen großen Hunger nach Bibeltexten.

Seit Februar konnte die Bibelgesellschaft bereits 200.000 Schriften mit Bibeltexten in französischer Sprache und 11.000 Creol-Bibeln verteilen. Jedes dieser Hefte oder Bücher ist nun ein tröstender Begleiter im Leben des Mannes, der Frau oder des Kindes, die daraus Gottes Wort im Schutz ihres Zeltes lesen.

Die Haitianische Bibelgesellschaft hat uns einen Dankbrief geschrieben, den wir an dieser Stelle gerne veröffentlichen möchten:

Wenn Sie auf das Bild des Dankbriefs klicken, öffnet sich dieser im PDF-Format.

 

 

 

 

 

Außerdem haben wir drei persönliche Rückmeldungen bekommen:

Mie Gisèle Roc, 52 Jahre alt. Sie lebt in einem Zeltlager in Delmas 33, das „CEPEM Camp“ genannt wird:

Ich war im Haus eines Freundes mit vier anderen Menschen, als das Erdbeben passierte. Von allen war ich die Älteste der Gruppe. Wir waren gerade dabei, eine Fernsehsendung „Frikolito“ anzuschauen. Dann auf einmal stürzte das Haus über uns zusammen – nur ich allein überlebte. Ich konnte aus den Trümmern herauskriechen – ohne Hilfe von außen. Ich bin fest davon überzeugt, dass ich allein durch Gottes Gnade überlebt habe. Auch meine Bibel habe ich verloren und nun bin ich so glücklich, eine Neue zu erhalten. Es ist ein Segen. Ich bin Christin und besuche die Gottesdienste. Ich bin Mitglied der „Eglise de Dieu de la Nouvelle Alliance“ – der „Kirche Gottes von der neuen Gemeinschaft“. Mehr als je zuvor bin ich sicher, dass nur Gott durch sein Wort Trost in einer solch tragischen Situation geben kann. Ich bete beständig für diejenigen, die Gott noch nicht kennen, damit er sich ihnen offenbaren kann. Wir leben in einer sehr schwierigen Zeit, doch ich bin dennoch zuversichtlich, dass Gott unser Leben ändern kann. Besonders die Art und Weise, wie wir leben.

Irma Dieudonné, 37 Jahre alt

„Ich hatte drei Kinder, ein Kind verlor ich während des Erdbebens. Ich war zuhause mit meinen beiden Jüngsten. Mein ältestes Kind war in der Schule. Die Schule brach über ihm zusammen und begrub es unter den Trümmern. Ich war am Boden zerstört. Ich wurde wie durch ein Wunder gerettet, weil mein Haus dann auch noch einstürzte. Auch schon vor dem Erdbeben ging ich zur Kirche. Meine Bibel verlor ich. Nachdem Ihr mir die neue Bibel gegeben habt, konnte ich wieder neu beginnen, in der Bibel zu lesen und das tat mir gut. Ich bete, dass Gott mir die Kraft gibt, für meine beiden Kinder weiter zu machen. Vor dem Erdbeben hatte ich ein kleines Geschäft, auch das habe ich verloren. Nun lebe ich von den Almosen anderer. Doch ich bin dennoch zuversichtlich, dass Gott mein Leben ändern kann.

Rosette Matellus, 14 Jahre alt.

Sie lebt in dem Haushalt, in dem sie als Dienstmädchen arbeitet. Das ist so bei vielen Kindern in Haiti üblich.

Vor dem Erdbeben ging ich zur Kirche. Doch eine eigene Bibel hatte ich nicht. Eigentlich ging es mir vor dem Erdbeben gut. Doch seit dem Erdbeben fühle ich mich nicht gut, weil so viele Menschen gestorben sind. Ich selbst kann die Bibel nicht lesen – doch andere lesen sie mir vor. Mit dem Hören von Gottes Wort veränderte ich mich. Ich traf die Entscheidung, mich anders gegenüber meinen Dienstherren, für die ich arbeite, zu verhalten. Auch bei meiner Arbeit, die ich tun muss, bemühe ich mich nun mehr: Putzen, Wäsche, etc.

Alle Informationen zum Hilfsprojekt in Haiti finden Sie auf der Website der Aktion Weltbibelhilfe.

 

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