Idee
Kindern wie Erwachsenen sollen durch eine Folge kurzer Szenen Personen und Ereignisse vor allem der alttestamentlichen Geschichte nahe gebracht werden, damit sie einen Überblick über die biblische Geschichte bekommen.
Konzept
In einem Szenenspiel von rund einer Stunde Dauer werden die meist nicht so bekannten Ereignisse der Geschichte Israels in 18 Szenen vorgestellt. Jesus und sein Wirken sind in der Gemeinde viel bekannter und brauchen hier nur kurz angedeutet werden. Verbunden sind die Szenen durch eine Rahmenerzählung, in der ein Kind Fragen an eine Erzählerin richtet, ihre Geschichten werden dann in Szenenspielen für das Publikum erlebbar.
Zielgruppe
Kinder und mit ihnen auch die Erwachsenen aus der gesamten Gemeinde.
Umsetzung
Ökumene
Das Projekt kann von mehreren Gemeinden wie auch von einer Einzelgemeinde umgesetzt werden.
Projektidee und -erfahrung
Idee und theologisches Konzept stammen von Pfarrer Gerhard Sievers aus der Kath. Kirchengemeinde St. Joseph, Herten Süd. Die Drehbuchdialoge wurden bearbeitet von Andreas Dickel, ein evangelischer Christ, der gleichwohl stark in der katholischen Gemeinde engagiert ist. Nach der theologischen Vorlage übernahm Andreas Dickel Regie und Projektrealisierung.
Pfarrer Gerhard Sievers und Andreas Dickel verstehen ihr Projekt als Anregung: Je nach örtlichen Gegebenheiten können Gemeinden Szenen weglassen oder andere ihnen wichtige Stoffe hinzufügen. Wichtig ist der Charakter eines Überblicks, nicht einer Vertiefung im Detail und einer insgesamt nicht zu langen Vorstellung.
Das komplette Drehbuch kann angefordert werden bei:
Kath. Kirchengemeinde St. Joseph (Süd)
Adalbertstr. 2
45699 Herten
oder bei
Andreas Dickel
Schmale Str. 18
45699 Herten
E-Mail: andreasdickel(at)versanet.de
Nachzulesen sind auf der Homepage der Kirchengemeinde die beiden bisher erfolgten unterschiedlichen Aufführungen unter www.st-joseph-sued.de unter "Archiv".
Vorbereitung
Beide Autoren empfehlen, nicht das Drehbuch wörtlich zu übernehmen, sondern sowohl die Szenen als auch deren Zusammenstellung in der jeweiligen Gruppe / Gemeinde zu entwickeln. Die Bibel lebt für alle gleich und für alle anders - genau das sei das Geheimnis des Projekts. Es sei, wenn der Grund-rahmen steht, leicht zu realisieren und die Ausgestaltung der Szenen sei schon eine göttliche Schöpfung für sich.
Die einzelnen Szenen können in kleinen Gruppen mit den jeweiligen Mitwirken-den vorbereitet werden, dadurch entfällt der Aufwand einer großen Inszenie-rung. Notwendig ist aber eine Regie, die Ausstattung und Zusammenhalt des Ganzen koordiniert und für ein einheitliches Spielniveau sorgt. Auch muss eine Absprache über die Kostüme erfolgen, die dann aber von den einzelnen Gruppen ausgestaltet werden können, um auch hier den Gesamtaufwand auf viele Schultern zu verteilen. Natürlich sind Mehrfachbesetzungen möglich. Die Übersichtstabelle gibt einen Eindruck von der notwendigen Besetzung, auch ob nur als Statist oder ob als handelnde Person.
Übersicht über Rollen und Schauspieler
| Name der Rolle | Szene | Text | Handlung | Statist | Besonderheit |
| Erzählerin | Alle Szenen | ja | nein | nein | Gute Stimme, Erzählfähigkeit |
| Kind | Alle Szenen | ja | nein | nein | Gute Stimme, Neugier |
| Abraham | 2. Szene | ja | nein | nein | - |
| Sara | 2. Szene | nein | ja | nein | - |
| Esau | 3. Szene | ja | ja | nein | - |
| Isaak | 3. Szene | ja | ja | nein | - |
| Rebekka | 3. Szene | nein | ja | nein | - |
| Jakob | 4./5. Szene | ja | ja | nein | Mehrfachauftritt |
| Jakobs 12 Söhne | ja | ja | ja | Mehrfachauftritt, als Kinder und Erwachsene, einige auch in Einzelszenen | |
| Kämpfender Engel | 4. Szene | ja | ja | nein | Kampf mit Jakob |
| Potifar | 4. Szene | ja | nein | neine | - |
| Rahel | 4. Szene | nein | ja | nein | - |
| Silha | 4. Szene | nein | ja | nein | - |
| Josef | 5. Szene | nein | nein | nein | - |
| Pharao bei Josef | 5. Szene | ja | ja | nein | - |
| Moses Mutter | 6. Szene | nein | ja | ja | - |
| Pharaos Tochter | 6. Szene | nein | ja | nein | - |
| Moses | 6./7. Szene | ja | ja | ja | - |
| Aaron | 7./8. Szene | ja | ja | nein | - |
| Volk Israel | 6. - 10., 13. + 16. Szene | ja | ja | ja | - |
| Die Ältesten | 11. Szene | nein | nein | nein | Älteste bei Samuel und David |
| Samuel | 11. Szene | nein | nein | nein | - |
| Volkssprecher | 11. Szene | ja | nein | nein | - |
| David | 11. Szene | ja | ja | nein | - |
| Salomo | 12. Szene | ja | ja | nein | - |
| Baumeister bei Salomo | 12. Szene | ja | nein | nein | - |
| König Belsazar | 14. Szene | ja | nein | nein | mit Daniel |
| Ezechiel, Jeremia, Jesaja, Daniel | 14. Szene | ja | ja | ja | - |
| Makkabäer Mattatias und seine 5 Söhne | 16. Szene | ja | ja | ja | Kampfszene mit dem griechischen Boten |
| Griechischer Bote | 16. Szene | ja | ja | nein | wird erschlagen |
| Maria und Josef | 17. Szene | ja | ja | nein | - |
| Jesus | 18. Szene | ja | ja | nein | - |
| Die 12 Jünger | 18. Szene | nein | ja | ja | - |
| Johannes aus der Offenbarung | 19. Szene | ja | nein | nein | - |
Szenenübersicht
1. Szene: Eröffnung
2. Szene: Abraham und Sara (Genesis /1.Mose 12,1-6 und 22,1-19)
3. Szene: Isaak, Rebekka, Esau und Jakob (Genesis /1.Mose 25,19-34)
4. Szene: Jakob bei seinen Verwandten (Genesis /1.Mose 29,1-30,24;
32,23-33; 35,16-20)
5. Szene: Josef und seine Brüder (Teile aus Genesis /1.Mose 37,1-50,26)
6. Szene: Mose in Ägypten (Exodus /2.Mose 2-11)
7. Szene: Auszug aus Ägypten (Exodus /2.Mose 12-15)
8. Szene: Das Volk Israel am Sinai (Exodus /2.Mose 19)
9. Szene: Das gelobte Land (Deuteronomium 6,4-5; 30,15-20)
10. Szene: Die Eroberung des Landes der Verheißung (Teile aus Josua 1-6))
11. Szene: David, König von Israel (2.Samuel 1-12)
12. Szene: Salomo baut den 1. Tempel (1.Könige 6-8)
13. Szene: Die Teilung des Reiches Salomos (1.Könige 11-12)
14. Szene: Im Babylonischen Exil (2.Chronik 36,17-23)
15. Szene: Rückkehr aus Babylon (Esra 1,1-4)
16. Szene: Die griechische Herrschaft (Teile aus 1.Makkabäer)
17. Szene: Die römische Herrschaft, Maria und Josef (Matthäus 1,18-25;
Lukas 2)
18. Szene: Jesus am Ufer des Sees Gennesaret (Markus 1,14-20)
19. Szene: Das Ende des Tempels (0ffenbarung 21)
Auszug aus dem Drehbuch (Szene 1-4)
Vorspiel: Dezente Musik, ca. eine halbe Minute
1. Szene: Eröffnung
Ein kleines Kind kommt durch die Kirche / den Saal zur einer kleinen Bühne und trägt eine große Bibel in den Händen. (Sie schleppt sich sozusagen ab.) Auf der Bühne sitzt in einem Lehnstuhl eine ältere weise Erzählerin (oder Erzähler).
Kind (seufzend): Ehrlich, für uns Kinder ist die Bibel viel zu schwer. Das Buch kann ich kaum tragen und der Inhalt ist noch viel schwerer!
Erzählerin (begütigend): Du hast recht, Name des Kindes, in der Bibel stehen ganz viele Geschichten. Wenn man sie liest, kann man die Geschichten zum Leben erwecken. Möchtest Du etwas von den Geschichten erfahren?
Kind (aufgeregt-interessiert): Oh Ja
Erzählerin: Dann komm mit mir auf die Reise, ich zeige Dir ein paar Menschen aus der Bibel. Schau, da kommt schon Abraham mit seiner Frau Sara.
2. Szene: Abraham und Sara (Genesis /1.Mose 12,1-6 und 22,1-19)
Durch den Mittelgang kommen Abraham und Sara langsam heran.
Erzählerin: Schau, Abraham und Sara kommen aus Ur, das liegt in Chaldäa, im heutigen Irak. Sie sind tausend Kilometer durch die arabische Wüste gegangen, weil Gott sie gerufen hat. Die beiden haben trotz ihres hohen Alters noch keine Kinder. Deshalb sprach Gott zu ihnen.
Gottes Stimme aus dem Off: Abraham ich werde dich in diesem Land, das ich dir hiermit gebe, zu einem großen Volk machen. Deine Frau Sara wird dir einen Sohn gebären.
Erzählerin: Viele Jahre gingen ins Land, dann geschah folgendes:
Zu Abraham und Sara kommt ein kleiner Junge, der junge Isaak.
Abraham: Isaak, komm mein Sohn.
Der Junge rennt zu Abraham hin und Abraham nimmt ihn auf den Arm.
Gottes Stimme aus dem Off (mächtig): Abraham nimm deinen Sohn Isaak, den du liebst und bring ihn mir zum Opfer dar!
Abraham trägt seinen Sohn zum Altar hinauf, hebt ihn hoch und legt ihn auf den Altar. Er zieht ein Messer, die ganze Verzweiflung steht in sein Gesicht geschrieben, er erhebt das Messer.
Gottes Stimme aus dem Off (mächtig): Halt ein, tue dem Knaben nichts zu Leide. Du warst bereit, dein Liebstes zu opfern. Ich will keine Menschenopfer mehr.
Abraham, Sara und Isaak treten ab.
Kind (atemlos): Gott sei Dank, das war ja schrecklich spannend!
Erzählerin: Ja, und eine wichtige Geschichte bis heute, weil man von da ab keine Menschenopfer mehr darbrachte.
3. Szene: Isaak, Rebekka, Esau und Jakob (Genesis /1.Mose 25,19-34)
Durch den Mittelgang kommt langsam ein Paar zur Bühne / in den Altarraum.
Erzählerin: Hier siehst du Isaak, er ist jetzt erwachsen, und das ist seine Frau Rebekka.
Es kommen zwei junge Männer hinzu, einer von rechts, einer von links; sie verharren kurz bei den Eltern, dann geht der eine, Esau, wieder zur Seite, Jakob bleibt in der Nähe der Eltern.
Kind: Wer sind die beiden?
Erzählerin: Rebekka hatte Zwillinge bekommen, Esau kam zuerst auf die Welt, dann Jakob. Als sie groß waren, kam Esau einmal müde vom Feld, Jakob hatte leckere Linsen gekocht.
Esau (müde): Gibst du mir was zu essen, ich bin hungrig?
Jakob (listig): Nur wenn du mir dein Erstgeburtsrecht verkaufst.
Esau (entnervt): Ich schwöre es dir, ab heute sollst du der Erstgeborene sein.
Die Szene erstarrt.
Kind: Wie gemein!
Erzählerin: Ja, Jakob war sehr listig. Als Esau verstand, was geschehen war, wurde er sehr wütend auf Jakob. Jakob floh deshalb in den Irak, in die Heimat seines Großvaters.
Jakob und Esau streiten wortlos und gestenreich, dann rennt Jakob weg. Esau geht langsam ab, ebenso Isaak und Rebekka.
4. Szene: Jakob bei seinen Verwandten (Genesis /1.Mose 29,1-30,24; 32,23-33; 35,16-20)
Durch den Mittelgang kommt Jakob und geht auf einen älteren Mann zu, neben dem zwei jüngere Frauen stehen.
Erzählerin: Das ist Laban, ein Onkel von Isaak. Der hat zwei Töchter. Jakob wollte die Jüngere heiraten, Laban gab ihm aber die ältere.
Kind: Das ist doch schrecklich, konnten die nicht selbst entscheiden?
Erzählerin: Nein, damals ging das nicht, aber pass auf, wie es weiter geht.
Jakob nimmt beide Frauen bei der Hand und setzt sich von Laban ab.
Erzählerin: Jakob hat beide geheiratet, Lea, die ältere als erste Frau, Rahel als zweite Frau. Mit Lea hatte er zuerst vier Söhne.
Es kommen währenddessen vier Jungen mit großen Namensschildern: Ruben, Simon, Levi und Juda.
Erzählerin: Rahel war eifersüchtig, weil sie keine Kinder bekommen konnte, obwohl sie doch die große Liebe von Jakob war. Sie wollte deshalb, dass Isaak mit ihrer Magd Bilha Kinder zeugen sollte.
Zu Rahel kommt eine weitere junge Frau, Rahel schiebt sie zu Jakob.
Erzähler: Bilha bekam die Söhne Dan und Naftali.
Zwei Jungen kommen mit Namensschildern Dan und Naftali zu Bilha und Rahel. Eine weitere Frau geht zu Lea, die sie dann zu Jakob hinschiebt.
Erzählerin: Weil auch Lea glaubte, dass sie keine Kinder bekommen konnte, gab sie ihre Magd Silpa Jakob zur Frau, damit er mit ihr Kinder habe. Sie gebar die Söhne Gad und Ascher.
Wie zuvor kommen zwei Jungen mit Namensschildern (Gad und Ascher)zu ihrer Mutter. Dann kommen von der anderen Seite zwei Jungen mit Namensschildern (Issachar und Zebulon) und gehen zu Lea.
Kind: Nanu, und wer sind das?
Erzählerin: Die beiden Söhne von Lea, denn sie wurde doch noch schwanger und bekam Issachar und Zebulon.
Ein Junge kommt angerannt und bahnt sich den Weg durch die inzwischen große Menschengruppe zu Rahel, die den Jungen mit einem Freudenruf in die Arme schließt. Der Junge hat ein Schild mit Namen Josef. Jakob strahlt ihn an und legt die Hand ihn.
Kind (fragend): Jetzt verstehe ich gar nichts mehr, wer ist die Mutter dieses Jungen?
Erzählerin: Schau nur, wie sehr Rahel sich freut, denn Gott hatte ihr Flehen erhört und sie bekam noch einen Sohn: Josef.
Dann kommt noch ein kleiner Junge angerannt, berührt Rahel, die ihm zärtlich die Hand auf den Kopf legt und die dann zu Boden sinkt.
Erzählerin: Das ist der letzte Sohn Jakobs, Benjamin. Leider ist Rahel bei seiner Geburt gestorben.
Die zwölf Jungs gehen von ihren Müttern weg und stellen sich im Halbkreis vor Jakob und den neben ihm stehenden Frauen (Rahel am Boden) auf, ihre Namensschilder halten sie an den Stöcken hoch.
Kind: Das sind also alle zwölf Söhne von Jakob.
Erzählerin: Ja und sie stehen für die zwölf Stämme Israels.
Die ganze Gruppe formiert sich und zieht, angeführt von Jakob, in den Mittelgang und bleibt dort stehen.
Erzählerin: Jakob zog dann mit seinem ganzen Hab und Gut zurück nach Palästina, er wollte sich dort mit seinem Bruder Esau versöhnen.
Im Mittelgang sinken die anderen nieder, um zu schlafen. Jakob geht einige Schritte weiter, dort fällt ihn ein Mann an. Es entwickelt sich ein Ringkampf.
Mann (keuchend): Lass mich los!
Jakob (keuchend): Nur, wenn du mich segnest!
Mann: Nicht mehr Jakob wird man dich nennen, sondern Israel, denn mit Gott und den Menschen hast du gestritten.
Der Mann segnet Jakob und verschwindet schnell.
Kind (ratlos): Wer war das denn?
Erzählerin: Ein Engel, denn Jakob hatte die ganze Nacht mit einem Engel gekämpft, daher der Name Isra-el, das heißt Gottes-Streiter.
Die Gruppe im Mittelgang geht weiter und es kommt der bereits zuvor aufgetretene Bruder Esau auf Jakob zugerannt, beide fallen sich herzlich und gestikulierend in die Arme.
Kind: Das ist doch Esau.
Erzählerin: Ja, nach dem Kampf mit dem Engel in der Nacht kam schon am nächsten Morgen die Versöhnung, denn Esau war Jakob entgegen gezogen.
Jakob zeigt im Vorbeigehen seine Söhne und Frauen, Abgang der gesamten Gruppe.







