Ein Projekt für mehrere Gemeinden
Idee
An einem einzigen Tag wird die gesamte Bibel vorgelesen - und zwar durch Jugendliche. Aber nicht in der Form eines „Bibel-Marathons“, bei dem an einem Ort die gesamte Bibel von Anfang bis Ende verlesen wird, sondern sie wird parallel am gleichen Tag von morgens bis abends in mehreren Kirchen gelesen. Dadurch wird deutlich, dass sie an vielen Orten und auf vielerlei Weisen präsent ist.
Konzept
Neben der öffentlichen Aktion am Tag des Vorlesens gibt es umfangreiche Vorarbeiten, die zugleich die beteiligten Jugendlichen an die Bibeltexte heranführen wie einen gelingenden Ablauf am Aktionstag gewährleisten sollen. Die Jugendlichen sollten etwas älter sein, d.h. sie kommen zum überwiegenden Teil aus der Jugendarbeit, nicht aus dem Konfirmandenunterricht. Es braucht ein intensives Training, damit das Vorlesen gelingt sowie eine inhaltliche Einführung in die zu lesenden Texte. Das kontinuierliche Vorlesen der Bibel wird am Aktionstag selbst in jeder teilnehmenden Kirchengemeinde durch ein umfangreiches Rahmenprogramm ergänzt.
Zielgruppe
Zunächst die Jugendlichen, die sich in verschiedenen Gemeinden an der Aktion beteiligen und die Vorbereitungen mitmachen, dann aber die Öffentlichkeit insgesamt, die über Presseveröffentlichungen im Lokalteil eingeladen wird. Ergänzend kann eine intensive Werbung an Schulen der Sekundarstufen I und II sinnvoll sein.
Umsetzung
Projektidee und -erfahrung
Als Projekt umgesetzt wurde der Aktionstag von der Jugendkammer der Lippischen Landeskirche, vertreten durch ihren Vorsitzenden:
Superintendent Andreas Lange
Papenstr. 14
32657 Lemgo
Telefon: +49 5261 4075
E-Mail: info(at)nicolai-lemgo.de
zusammen mit sieben Kirchengemeinden der Lippischen Landeskirche.
Jede der Gemeinden war an ihrem Ort zuständig für die Gestaltung des Projekts und hat sich dafür jeweils weitere Partner gesucht. Am Beispiel der Stadt Lemgo bedeutete dies: Veranstalter war die Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde St. Nicolai, die als weitere Mitwirkende die Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde St. Johann und die Römisch-katholische Pfarrgemeinde Heilig Geist gewann, so dass lutherische, reformierte und katholische Jugendliche gemeinsam diesen Tag vorbereiteten und durchführten — insgesamt rund 70 beteiligte Jugendliche in Lemgo. Ähnliche Zahlen gab es auch aus den sechs anderen Standorten. Unterstützung erfuhr das Gesamtprojekt außerdem durch die Lippische Bibelgesellschaft und den Lippischen Pfarrverein. Das Projekt hatte einen Planungsvorlauf von knapp einem Jahr – zentrale Rahmenplanung und danach die Planung an den einzelnen Orten. Aus der guten Zusammenarbeit der beteiligten Gemeinden ergaben sich weitere gemeinsame Vorhaben für Jugendliche.
Projektablauf
In der Vorbereitung wurden die Texte der Bibel in sieben Teile aufgeteilt, sodass jede der teilnehmenden Kirchengemeinden ihre Bibel-Abschnitte hatte. Es gab vorab ein intensives Vorlese-Training und eine inhaltliche Einführung in die zu Bibeltexte im Rahmen der Jugendarbeit.
Das Vorlesen selbst fand an einem Tag im Juli statt und begann morgens um 7 Uhr und endete um 21 Uhr. Jede der teilnehmenden Kirchen bereitete selbständig ein umfangreiches Rahmenprogramm vor. Beispielsweise konnten in St. Nicolai Lemgo die Besucher in vielen Ecken der großen gotischen Kirche Angebote rund um die Bibel erleben: eine „Hör-Station“ mit CD-Playern mit Kopfhörern, wo Bibel-Clips des WDR zu hören waren; eine PC-Ecke mit Bibelquiz und Bibelausgaben auf CD-ROM; eine Videoecke, in der wiederholend ein Video mit Kurzsequenzen „Mein Leben mit der Bibel“ gezeigt wurde; ein Büchertisch mit aktuellen Bibel-Ausgaben.
Natürlich gehört zu einem solchen Aktionstag auch Verpflegung für die Besucher: Tee und Kuchen, Brötchen und kalte Getränke. Erfolg Aufgrund der Einladung an die Schulen wurde der Tag zu einem großen Jugendtag, allein in St. Nicolai Lemgo kamen den Tag über ungefähr 800 mehrheitlich jugendliche Besucher — Zahlen, die an den anderen teilnehmenden Orten in ähnlicher Größenordnung erreicht wurden, so dass mit diesem Projekttag mehr als 5000 Menschen erreicht wurden. Rückmeldungen vor allem der jugendlichen Besucher gab es in Form von Eintragungen in die Gästebücher wie auch durch Lehrer und Schulleiter. Gästebucheintragungen lauteten zum Beispiel: „hat Spaß gemacht“, „bin ins Nachdenken gekommen“, „war originell und kreativ“, „lebendige Kirche“, „Kirche ist ja gar nicht so schlimm“.






