Idee
Kinder sollen die Bibel als Ganzes und die Welt der Bibel mit allen Sinnen erleben. Welt und Umwelt der Bibel spielen dabei eine besondere Rolle.
Konzept
Ein Nachmittag wird mit verschiedenen Angeboten als Bibeltag gestaltet. Dazu gehören: ein von den Kindern gemalter „Weg durch die Bibel“, ein Modell eines Dorfes in Galiläa, ein Modell des Tempels in Jerusalem, ein Tisch mit Gewürzen und Pflanzen der Bibel, eine kleine Bibelausstellung mit Torarollen, eine Töpferwerkstatt, ein Raum der Stille und ein Malraum. Rund um „Abrahams Zelt“ erleben die Kinder den Nomadenalltag: Getreide mahlen und Brot backen, Spinnen und Weben, Musikinstrumente und Singen.
Die Teilnahme am Bibeltag ist freiwillig, d.h. das Projekt wird außerhalb der Unterrichtszeiten angeboten. Auch die Eltern und Geschwister der Schulkinder sind eingeladen. Zur Vorbereitung des Tags werden Eltern und Kinder, die sich für einzelne Aufgaben melden, einbezogen.
Umsetzung
Projektidee und -erfahrung
Umgesetzt wurde der hier beschriebene Bibeltag in Emmendingen (Baden) an der Fritz-Boehle-Grundschule. Fünf Religionslehrerinnen und –lehr beider Konfessionen bereiteten den Tag vor; sie wurden dabei unterstützt von neun weiteren, ebenfalls ehrenamtlich tätigen Erwachsenen. Für Nachfragen stehen zur Verfügung:
Barbara Ludwig, Rektorin der Fritz-Boehle-Grundschule,
Rosenweg 3
79312 Emmendingen
Telefon: +49 7641 959739-0
Fax: +49 7641 959739-36
Dr. Gianluca Carlin, Pfarrer der Seelsorgeeinheit St. Bonifatius, St. Johannes und St. Gallus Emmendingen
Schillerstraße 16
79312 Emmendingen
Telefon: +49 7641 51714 oder +49 7641 2045
Fax: +49 7641 571657 oder 957463
Vorbereitung
Etwa zwei Monate vor dem Bibeltag beginnen die konkreten Vorarbeiten:
- Je zwei Kinder malen zu einer ihnen aus dem Religionsunterricht oder Kindergottesdienst bekannten biblischen Geschichte Bilder. Damit die Bilder, die zum Bibeltag als Wandfries in der Schule aufgehängt werden, eine einheitlich Form haben, werden ihnen Papierformat und Gestaltungsmittel vorgegeben. Die Bilder können dann zum Abschluss der Bibeltags noch als Bilderbibel gebunden werden, falls jemand diese Handwerkstechnik beherrscht (in Emmendingen war ein Buchbindemeisterin in der Elternschaft).
- Für Abrahams Zelt müssen die Materialien besorgt werden: frische Wolle von der Schafschur zum Spinnen, Wolle zum Weben, Teppiche, Decken und Bedachung für das Zelt (es muss kein perfektes Nomadenzelt sein, eine Konstruktion aus Holzpfeilern und einfach gefärbten Wolldecken genügt für den Aufbau innerhalb des Schulgebäudes), Webstock, Spinnrad, zwei große Steine für das Mehlmahlen, Backmöglichkeit im Außenbereich auf offenem Feuer, einfache Musikinstrumente (z.B. Flöte).
- Für die Bibelausstellung wird im Elternkreis und bei den Kirchengemeinden nach neuen und alten Bibeln gefragt, außerdem gibt es für Material zur biblischen Lebenswelt (Landkarten, Tempelmodell, Modelle von Tonkrügen mit Schriftrollen) regional unterschiedliche Ausleihmöglichkeiten bei Schuldekanaten, religionspädagogischen Instituten, kirchlichen Medienzentralen oder regionalen Bibelgesellschaften. Eine Auswahl von Bibeln in fremden Sprachen und anderen Schriften (kyrillisch, griechisch, arabisch) illustriert die Internationalität der Bibel heute.
- Biblische Figuren, die entsprechend gekleidet und für Szenen aufgestellt werden, können ebenfalls ausgeliehen oder erworben werden. Das Modell eines galiläischen Dorfes wurde aus Gips und Pappe selbst gefertigt.
- Für das Bibelquiz werden Fragen ausgesucht und auf Kärtchen geschrieben, darunter können auch Aufgaben zum Nachschlagen, zum Beispiel in einer Kinderbibel, sein.
- Für die Eltern kann (in Zusammenarbeit mit einer Buchhandlung oder Bibliothek) ein Büchertisch mit kindgemäßer Literatur rund um die Bibel vorbereitet werden.
- Für den Raum der Stille wird ruhige Musik ausgewählt und eine kleine Musikanlage aufgestellt. Zirka zehn Bibelverse werden auf große Pappen geschrieben, damit sich die Kinder ihren Lieblingsbibelvers auswählen und auf Papierstreifen abschreiben können.
- Eine Zusammenstellung von Pflanzen / Gewürzen (siehe Projekt Bibelgarten in Bibel-Ideen-Online) muss getroffen und besorgt werden.
- Die Töpferwerkstatt wird in einem Werkraum der Schule eingerichtet. Für den Malraum für die Vorschulkinder und Erstklässler wird Material (Stifte, Farben, Papier) bereitgestellt.
- Die Verpflegung für den Nachmittag (Getränke, Imbiss) muss vorbereitet werden. An der Fritz-Boehle-Grundschule mit 12 Klassen kamen rund 200 Kinder zum Bibeltag.
Erfahrungen
Das Projekt wurde in Emmendingen an einem Freitagnachmittag angeboten mit rund drei Stunden Öffnungszeit. Direkt nach Schulschluss wurden die Klassenzimmer ausgeräumt und dekoriert, ab 15 Uhr kamen dann die Kinder mit ihren Eltern und Geschwistern. Am nächsten Tag erfolgte das Auf- und Einräumen.
Es war das erste Projekt an der Fritz-Boehle-Grundschule, das außerhalb des Unterrichts vorbereitet und umgesetzt wurde. Es hatte dadurch und auch weil es ein ökumenisches Projekt war, besondere Beachtung bereits im Vorfeld erreicht. Die lokale Presse wurde rechtzeitig informiert und berichtete ausführlich. Wie schon erwähnt, kamen rund 200 Kinder zu dem Bibeltag.
Wichtig war die Abwechslung, die den Kindern durch die verschiedenen Beschäftigungsmöglichkeiten geboten wurde. Auch vielen Eltern wurde durch den Tag bewusst, wie vielseitig die Beschäftigung mit der Bibel sein kann und wie ansprechend ihre Botschaft ist.
Eine ausführliche Dokumentation des Emmendinger Bibeltags ist veröffentlicht in:
„Information und Material“, Heft 3/2003, Fachzeitschrift für den Unterricht an Grund-, Haupt- und Sonderschulen des Instituts für Religionspädagogik; Habsburgerstraße 107, 79104 Freiburg (Bestelladresse), auch bestellbar im Internet unter www.irp-freiburg.de - Im Jahrgang 2003 der Fachzeitschrift sind noch weitere Hefte „Die Bibel in der Schule“ erschienen.








