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Unterrichtsbeispiel 2

Auch Gleichnisse spielen in Level 3 eine große Rolle. Im Weinkeller sind Schriftrollen versteckt, auf denen sowohl das authentische Gleichnis von den bösen Weinbergspächtern als auch ein falsches, erfundenes Gleichnis geschrieben steht, das Gleichnis vom Weinstock und den Adlern.

 

Die Bibeltexte

Zu Beginn sollte wiederum die Lektüre der Bibeltexte stehen. Zur leichteren Arbeit und eventuell zum Ausdrucken oder Verteilen in Dateiform seien hier die in Frage kommenden Texte aus dem Spiel angegeben: Diese Texte sind im Level 3 auf Schriftrollen im Weinkeller versteckt.


Lk 19,9-14: Das Gleichnis von den bösen Weinbergspächtern
Joh 15,1-6: Jesus ist der wahre Weinstock

Gute Nachricht Bibel
Der Text der Gute Nachricht Bibel ist im Internet zu finden.

Thematisch verwandt ist auch das folgende Gleichnis: Mt 20,1-16, Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg.

 

Die Aufgaben

Die authentischen Gleichnisse
Zunächst soll eine Deutung der authentischen Gleichnisse versucht werden.


Was bedeutet hierin das Bild vom Wein und dem Weinstock?
Wein wird als Symbol für das Reich Gottes benutzt: Man muss es sorgfältig anbauen und pflegen, wie einen Weinberg oder ein Weinfeld. Unkraut wird ausgemerzt. Die Arbeiter im Weinberg des Herrn, dem Reich Gottes, erhalten den gleichen Lohn, Gotteslohn, nämlich die Teilhabe am Reich Gottes. Gott selbst ist der Besitzer des Weingutes. Der fertige Wein ist Bestandteil eines festlichen Mahles, beispielsweise des Paschamahles oder eines Hochzeitsmahles. Das Glück solcher Feierlichkeiten ist eine Vorwegnahme des ewigen Glücks im Reich Gottes.

 

Arbeitsmaterial

Mithilfe dieser Deutung, die im Gespräch zwischen Lehrkraft und Lernenden erarbeitet werden kann, ist auch das erfundene Gleichnis vom Weinstock und den Adlern zu deuten.


Unterrichtsbeispiel Geheimakte Jesus 2.doc

 

Das gefälschte Gleichnis

Zu fragen wird sein, ob in den authentischen Gleichnissen die Drohung mit Strafe eine derart herausragende Stellung einnimmt wie in dem erfundenen Gleichnis. Ferner, ob es erlaubt ist, die Existenz eines weiteren Adlers/Gottes zu unterstellen. Sicher lassen sich noch weitere Kritikpunkte an dem gefälschten Gleichnis finden. Dennoch ist es sprachlich einigermaßen geschickt formuliert und auch seine Kernaussage bleibt im biblischen Rahmen: Die Abwendung von Gott führt ins Verderben.
Ferner ist zu überlegen, welche Motive an andere biblische Geschichten erinnern:

  • Pflanzen (Gleichnis vom Sämann)
  • Untreue des Weinstocks (Untreue des Volkes Israel)
  • heißer Ostwind (Durchzug durchs Schilfmeer)
  • Verdorren (Verfluchung des Feigenbaums)


Abgrenzung

Welche Motive sprechen dafür, dass der zweite Text nicht aus der Bibel stammt?

Die ersten zwei Sätze sind zusammenhanglos. Direkte Anrede der Zuhörer durch Fragen und Beantwortung der eigenen Fragen.
Ein eigenes Gleichnis formulieren


Die kreative Aufgabe
An die Besprechung der Stilmerkmale biblischer Gleichnisse schließt sich eine weitere kreative Aufgabe für die Schülerinnen und Schüler an. Sie sollen versuchen, selbst ein Gleichnis zu formulieren, in dem eine Aussage aus der Bibel über das Reich Gottes deutlich wird.

 

Themenvorschläge

Kristallisationspunkte für solche eigenen Texte könnten folgende Themen oder Erzählkerne sein, die auszugestalten wären:


Der alte und der junge Weinstock
Das Gleichnis von der Weinbergschnecke
Das Gleichnis von den alten und den neuen Weinschläuchen
Das Gleichnis vom genießenden und unmäßigen Weintrinker


Ein armer Mann besaß ein einziges kleines Weinfeld auf einem steinigen Acker. Das Wasser für seine Pflanzen musste er von weit her holen. [Setze die Geschichte fort!]

Ein wohlhabender Mann besaß viele Weinfelder. Da kam Krieg auf und alle seine Ländereien wurden verwüstet. Die Rebstöcke lagen zertreten am Boden, die Kelter war zerstört. [Setze die Geschichte fort!]


Ein junges Paar hielt Hochzeit. Doch zu seiner Feier kamen auch einige ungeladene Gäste, die tranken den guten Wein, bis er alle war und sie nicht mehr wussten, wie man sich als Gast benimmt. [Setze die Geschichte fort!]


Ein Weinhändler bot zwei Sorten Wein feil, einen guten, süßen, und einen schlechten, herben Wein. Da kam ein unerfahrener Junge, um für seinen Vater Wein zu kaufen. [Setze die Geschichte fort!]

 

Stilmerkmale

Bei diesen kreativen Aufgaben sollten die Stilmerkmale eines Gleichnisses berücksichtigt werden. Eventuell muss die Lehrkraft diese nochmals wiederholen oder verdeutlichen. Es sollte vermieden werden, dass die Schülerinnen und Schüler Phantasieerzählungen oder Fabeln schreiben.
Das Gleichnis vom Weinstock und den Adlern
Der folgende Text, das erfundene Gleichnis, ist der Schriftrolle in einem der Weinkeller des Spiels entnommen: Vor einer Vervielfältigung für die Schülerinnen und Schüler sollte die Schreibweise der Konjunktion dass an die Regeln der neuen Rechtschreibung angepasst werden.

 

Das Gleichnis vom Weinstock und den Adlern

"Ein großer Adler mit mächtigen Flügeln und dichten bunten Federn kam zum Libanon und brach den Wipfel einer Zeder ab. Er brachte ihn ins Krämerland in eine Händlerstadt. Dann nahm er aus dem Boden Israels einen Steckling und pflanzte ihn in ein wohlbewässertes Feld neben einem Wassergraben. Der Adler wollte, dass daraus ein üppig wuchernder, aber niedrig bleibender Weinstock werden sollte. Seine Wurzeln sollten unter den Flügeln des Adlers verbleiben und seine Ranken sich ihm zuwenden. Und aus dem Steckling wurde tatsächlich ein Weinstock mit kräftigen Ranken. Aber da war noch ein anderer Adler mit großen Flügeln und dichten Federn. Ihm streckte der Weinstock seine Ranken entgegen und ließ seine Wurzeln zu dessen Land hinwachsen, damit er ihm Wasser gäbe - weg von dem Land, in das er gepflanzt worden war. Dabei war er doch in gutes, wasserreiches Land gepflanzt und hatte dort alles, was er brauchte, um Ranken zu treiben und Frucht zu bringen und ein prächtiger Weinstock zu werden. Meint ihr, dass das gut geht? Wird nicht der erste Adler die Trauben des Weinstocks zerfetzen und seine Wurzeln ausreißen, so dass alle seine Blätter verdorren? Es wird keine große Kraft brauchen, um ihn aus dem Boden zu reißen. Es wird bestimmt nicht gutgehen! Wenn der glühend heiße Ostwind kommt, wird der Weinstock auf dem Feld, in das er gepflanzt worden ist, verdorren. Völlig verdorren wird er."

 

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